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Was macht eigentlich…?? – Teil 5

Nachdem in der letzten Ausgabe von „Was macht eigentlich..“ mit Risto Kurkinen jemand aus der Turtles-Zeit zu Wort kam, haben wir uns dieses Mal jemand aus der noch jüngeren Indians-Vergangenheit ausgesucht. […]

Niemand hat so polarisiert wie er, niemand war in der Liga so verhasst und dabei so beliebt am Turm. Viele wünschen ihn sich lieber heute als morgen wieder zurück zum Turm. Spätestens jetzt wissen alle, um wen es heute geht. Wir hatten die Chance, mit Adam Dewan ein kurzes Interview zu führen. Viel Spaß beim Lesen!

Patric: Hallo Adam, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast um ein paar Fragen für Deine doch noch in großer Zahl vorhandenen Fans in Hannover zu beantworten. Wie geht es Dir und Deiner Familie inzwischen und gibt es große Neuigkeiten in Deinem Leben?

Adam: Hallo Patric. Ich beantworte gerne ein paar Fragen! Es ist mir ein Ehre, immer noch so bekannt in Hannover zu sein. Privat geht es uns momentan ECHt super. Wir sind inzwischen Eltern einer kleinen Tochter und sie hält uns den ganzen Tag gut auf Trab. Wir wohnen inzwischen wieder in Ottawa, der Hauptstadt Kanadas, und sind glücklich hier.

Patric: Du hast Deine Karriere nach der Saison 2008/09 mit dem Aufstieg in die Bundesliga beendet. Danach hast Du als Coach in Kanada weiter gearbeitet und nach zwei Saisons aufgrund aus privaten Gründen aufgehört. Bist Du dem Eishockey trotzdem noch verbunden?

Adam: Nachdem ich meine Spieler-Karriere beendet habe, war ich ein Jahr lang Co-Trainer bei den Ottawa 67s in der OHL. Danach wurde mir der Head-Coach-Posten bei den Kanata Stallions angeboten. Die Stallions spielen eine Division unter den Ottawa 67s. Die Organisation der Stallions war ein wenig untergegangen in den letzten Jahren. Zwei Jahre lang war man nicht in den Play-Offs und es gab mehr Niederlagen als Siege in den sieben Jahren, bevor ich dort anfing. Am Ende der Saison haben wir mehr Siege gehabt und auch die Play-Offs erreicht, in denen wir leider im Viertelfinale ausgeschieden sind. Gleichzeitig bin ich von den Managern der anderen Clubs zum „Trainer des Jahres“ gewählt worden. Allerdings musste ich nach der Saison aufgrund meines normalen Jobs und des Kindes wegen den Trainerjob leider abgeben. Im Moment genieße ich die Zeit mit der Familie und bin ab und zu noch als Zuschauer beim Hockey.

Patric: Du hast leider nur eine Saison in Hannover gespielt. Wie hast Du die Stadt und die Fans in Erinnerung?

Adam: Hannover ist eine sehr schöne Stadt. Maschsee, Eilenriede und alles drum herum passt einfach. Parallel dazu waren und sind die Fans in Hannover einfach der Wahnsinn. Ich habe nie zuvor in einem anderen Team gespielt, bei dem die Fans mit so viel Leidenschaft und Herzblut die Mannschaft unterstützt haben. Während der Aufstiegs-Play-Offs und der ganzen Saison habe ich immer eine Gänsehaut gehabt, wenn ich auf dem Eis war und auf den Rängen die Hölle los war. Das alles werde ich mit Sicherheit nie vergessen.

Patric: Hast Du immer noch Kontakt zu alten Mannschaftskollegen? Ihr hattet ja eine Bombensaison zusammen..

Adam: Ich habe zu Jamie Chamberlain und Kyle Doyle noch ab und zu Kontakt. Auch zur Phillips-Familie besteht noch vereinzelter Kontakt. Ich suche noch irgendwie Kontakt zu Adriano Carciola. Leider habe ich von Ihm keine Kontaktdaten.

Patric:  Wieso ist es eigentlich nur bei dem einen Jahr in Hannover geblieben? Hast Du Dich selber entschieden, wieder nach Kanada zu gehen oder war es einfach eine Frage des Vertrages?

Adam: Die Indians haben mich gefragt, ob ich zurück kommen möchte. Allerdings haben wir nie richtig über einen neuen Vertrag gesprochen, weil ich mir sicher war wieder zurück nach Kanada zu gehen, um dort ein Team zu trainieren. Ehrlich gesagt glaube ich auch nicht, dass man mich so richtig wollte. Es war für mich ein stressiges Jahr, da ich mich ja erst an die Regeln und daran, wie das Spiel in Deutschland funktioniert und von den Schiedsrichtern gepfiffen wird, gewöhnen musste. Ich habe, glaube ich, insgesamt 1.600 Euro an Strafen über die gesamte Saison bekommen und musste die auch bezahlen. Meine Mitspieler haben mir aber auch finanziell für das Aufkommen der Strafen geholfen. Sie haben beispielsweise für die Strafe gegen Leipzig Geld gesammelt, damit ich das bezahlen konnte. Ich glaube die Fans und die Verantwortlichen haben mich hauptsächlich als Goon gesehen. Dabei darf man nicht vergessen, dass ich insgesamt 38 Tore gemacht habe und es noch mehr geworden wären, wenn ich nicht so häufig gesperrt worden wäre. Natürlich hat es mir sehr geholfen, in einer Reihe mit Rob Hisey und Dan DelMonte zu spielen, aber ich habe durch meine körperbetonte Spielweise auf dem Eis auch viel Platz für die beiden geschaffen. Während meiner gesamten Karriere habe ich immer Tore geschossen, aber um wirklich produktiv vorm Tor zu sein, brauche ich einen aggressiven Spielstil um richtig erfolgreich zu sein.

Patric: Du hast nur eine Saison in Hannover bei den Indians verbracht. Trotzdem bist Du bei den Fans immer noch sehr beliebt und Trikots von Dir sind ECHte Sammlerstücke und heiß begehrt. Was denkst du darüber, wenn Du das so hörst?

Adam: Ich finde das wirklich super und freue mich sehr, dass die Fans mich nicht vergessen haben und auch weiterhin die Indians unterstützen. Ich finde das total irre!!

Patric: Bevor Du nach Deutschland gekommen bist, um für die Indians zu spielen fing Deine Karriere in Kanada ja doch erfolgreich an. Allerdings musstest Du aufgrund von Gehirnerschütterungen und gesundheitlichen Problemen eine längere Pause einlegen. Wie, denkst Du, wären Deine Karriere und Dein Leben verlaufen, wenn das alles nicht passiert wäre?

Adam: Ich glaube wirklich, dass ich eine erfolgreiche Karriere in Nordamerika gehabt hätte und immer noch spielen würde, wenn ich nicht die Gehirnerschütterungen gehabt hätte. Ich habe ja immerhin im Farmteam der Edmonton Oilers bei den Hamilton Bulldogs schon zwei Jahre gespielt, als die Symptome der Gehirnerschütterung aufgetaucht sind. Aber ganz ehrlich, es passiert alles aus einem bestimmten Grund und da die Gesundheit immer an erster Stelle kommt bereue ich nichts und denke auch nicht zurück!

Patric: So Adam, vielen Dank für die Zeit die Du Dir genommen hast um die Fragen zu beantworten. Wenn Du möchtest, kannst du gerne noch ein paar Worte an die Fans direkt richten.

Adam: Liebe Indians-Fans und Teamkollegen. Ich werde die Zeit in Hannover nicht vergessen und auch bestimmt einmal wieder nach Hannover zurück kommen. Ich bin wirklich sehr glücklich, dass ich die Möglichkeit hatte hier zu spielen und zu leben, aber vor allem habe ich meine Karriere mit dem Aufstieg beendet! Und man soll immer auf dem Höhepunkt seiner Karriere abtreten!