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Was macht eigentlich…?? – Teil 4

Nach längerer Auszeit kommt endlich nun ein neuer Teil der Serie „Was macht eigentlich…“ Für die Fortsetzung haben wir uns einen finnischen Ausnahmespieler ausgesucht, der leider nur eine Saison am Turm zu bewundern war, aber bei den Fans bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Es handelt sich um Risto Kurkinen. Risto kam in der Saison 1996/97 aus Lustenau in Österreich zu uns. […] Vorher war er hauptsächlich in Finnland beschäftigt und spielte ebenfalls für ein Jahr im Farmteam der Pittsburgh Penguins. Im Trikot der Turtles kam er in der einen Saison auf stolze 68 Punkte, wobei die Assists mit 49 gegenüber den Toren mit 19 klar überwiegen. Wir möchten uns bei Risto ganz herzlich bedanken, dass er uns für ein paar Fragen zur Verfügung stand. Und nun viel Spass beim Lesen.

Patric: Hallo Risto, vielen Dank erst einmal, dass Du Dir die Zeit genommen hast ein paar Fragen für die Fans in Hannover zu beantworten. Wie geht es Dir soweit und was machst du momentan so?

Risto: Hallo Patric. Gerne habe ich mir die Zeit genommen. Es geht mir gut und ich arbeite momentan für die Miskolc Ice Bears in Ungarn als Direktor für das Jugendprogramm und trainiere das U14 Team.

Patric: Du hast deine Karriere beendet, nachdem Du das eine Jahr in Hannover gespielt hast. Nachdem Du ja in Ungarn als Coach unterwegs bist, hast Du auch nach deiner Karriere weiter mit Eishockey zu tun.

Risto:  Ja, ich habe seit dem Ende meiner Karriere immernoch mit Eishockey zu tun. Ich habe Teams in Finnland, Schweden, Deutschland und nun in Ungarn trainiert. Es macht mir einfach immer noch unheimlich viel Spass jeden Tag auf dem Eis zu stehen.

Patric: Du hast nur ein Jahr in Hannover gespielt. Was für eine Erinnerung hast Du an Hannover und gibt es eine spezielle Verbindung zu der Stadt?

Risto: Ich habe nur sehr gute Erinnerungen an das eine Jahr in Hannover. Es war ein sehr schönes und auch erfolgreiches Jahr und ich mag die Stadt sehr. Ich bin seit meinem Karriereende noch einige Male in Hannover gewesen. Es gibt allerdings zwei Dinge, die mich sehr an Hannover erinnern. Einmal hatte ich Backstage Karten für ein Scorpions Konzert und es war ein unglaubliches Erlebnis, die Jungs mal live zu treffen. Zum anderen die ganzen Partys in der Kneipe am Pferdeturm. Was für eine geniale Zeit..

Patric: Du hast in Hannover mit Spielern zusammen gespielt, die immer noch am Pferdeturm bekannt sind wie Michel St. Jacques, Danny Beauregard, Timo Norppa, Thomas Jungwirth und Alex Schuster. Hast Du immer noch Kontakt zu den Leuten von damals?

Risto: Nein, leider hat man den Kontakt über die Zeit etwas verloren. Auch wenn ich das sehr schade finde.

Patric:  Im Jahr 1983 hast Du für Finnland an den IIHF-Junioren-Weltmeisterschaften der Gruppe A teilgenommen und hast auch Spiele im Rahmen der IIHF-Weltmeisterschaft 1991 für die Senioren-Mannschaft Finnlands bestritten. Wenn ich mir die Aufstellungen der Gegner anschaue, klingt das alles sehr beeindruckend. In den Kadern sind Namen wie Mario Lemieux, Steve Yzerman, Dominik Hasek, Vladimir Ruzicka, Ilja Bjakin, und Sergei Nemtschinow zu finden. Hast Du Erinnerungen an die Spiele und Gegner und wie hat es Dir in Deiner Entwicklung geholfen gegen solche Weltklasse-Athleten zu spielen?

Risto: Natürlich erinner ich mich an die Spieler, die Du genannt hast. Allerdings ist mir Vladimir Ruzicka von allen am meisten in Erinnerung geblieben. Er war der überragende Spieler in den Turnieren. Ich denke, jedesmal wenn Du gegen bessere Spieler spielst, wirst Du automatisch besser und es hilft dir in deiner Entwicklung weiter. Genauso haben mich damals auch die Weltklasseturniere weitergebracht.

Patric: Du bist 1987 in der vierten Runde von den Pittsburgh Penguins im Draft gezogen worden und hast auch eine Saison für die Muskegon Lumberjacks in der International Hockey League (IHL) gespielt. Warum hast Du Dich entschieden, deine Karriere in Europa fortzusetzen, obwohl das Jahr in Nordamerika doch mit 39 Punkten erfolgreich für Dich war?

Risto: Ich war nicht wirklich glücklich in Nordamerika. Man hat mir nie die Chance gegeben mich in Pittsburgh in der NHL zu beweisen, obwohl ich wie Du schon gesagt hast eine von den Punkten her erfolgreiche Saison gespielt habe. Verstanden habe ich die Entscheidung nicht wirklich.

Patric: Du hast die meiste Zeit Deiner Karriere bei JYP Jyväskylä verbracht und deine Nummer 30 wird dort nach Deinem Karriereende auch nicht mehr vergeben. Du warst Newcomer des Jahres, Topscorer und in mehreren All-Star Teams der SM Liiga. Was denkst Du ist der Hauptunterschied zwischen dem skandinavischen und deutschem Eishockey?

Risto: Ich glaube das deutsche Eishockey ist sehr nordamerikanisch geprägt. Es wird viel geschossen und körperlich gespielt. Das skandinavische Eishockey dagegen ist wesentlich technischer und läuferisch geprägt.

Patric: Risto, vielen Dank für die Zeit, die Du Dir genommen hast um ein paar Fragen zu beantworten. Wenn Du magst kannst Du jetzt noch ein paar persönliche Worte an die Fans direkt richten.

Risto:  Ja, sehr gerne! Macht weiter Stimmung am Turm und unterstützt die Mannschaft so laut Ihr könnt. Singt, schreit und macht Krach. Ich kann mich noch an ein Spiel erinnern, bei dem ich schon weit vor dem Beginn des Spieles die Gesänge gehört habe und dachte ich wäre zu spät dran und man hätte schon ohne mich angefangen!!