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Gastspiel im Ellental

Zum Auftakt des fünften Punktspiel-Wochenendes führt der Kriegspfad die Indianer erneut in südliche Regionen. Nach den erfolgreichen Auftritten gegen Ravensburg, Heilbronn und Schwenningen, hofft man auch den vierten Vertreter aus Baden-Württemberg zu bezwingen: Die Steelers aus Bietigheim. […]

Damit die weiße Weste gegen den südwest-deutschen Eishockey-Raum erhalten bleibt, müssen sich unsere Krieger deutlich steigern und beweisen, dass der Auftritt in Crimmitschau lediglich ein Ausrutscher war. Es ist wichtig, nun bis zur Deutschland-Cup-Pause nicht aus dem Takt zu geraten und wieder Sicherheit zu gewinnen. In Crimmitschau sah man am vergangenen Wochenende deutlich Spuren der suboptimalen Spielvorbereitung durch die Verspätung, die ja bei Gastspielen in Crimmitschau leidlich Tradition geworden scheint. Nachdem das halbe Tierreich inzwischen reisenden Eishockey-Teams in die Quere gekommen ist hoffen wir, unsere Mannschaft hat eine bessere Anreise und kommt somit gegen die von Danny Held trainierten “Bietjer” besser aus den Startlöchern.

Kollektives Aufatmen gab es im Laufe der Sommerpause bei den Steelers. Neben dem Hallen-Neubau einen Steinwurf von der momentanen Spielstätte entfernt, entspannte sich auch die Sponsoren-Situation so weit, dass man auch dieses Jahr wieder einen Kader vorzeigen kann, der durchaus Playoff-Ansprüchen gerecht wird. Mit einem dicken blauen Auge entging man nach der Entlassung von Christian Brittig knapp der Abstiegsrunde in der letzten Saison und so wendete sich schlussendlich alles zum Guten. Alle Ice-Hopper und Auswärtsfahrer können sich schon einmal den Dezember 2012 vormerken, denn obwohl erst vor einigen Tagen die Bagger anrollten, soll schon dann das erste Pflichtspiel in der neuen Ellental-Arena stattfinden. Weitere gute Nachricht ist, dass die alte Halle nebenan angebunden und somit als Trainingshalle vor allem für den Nachwuchs dienen wird. Damit schließt sich der Kreis von zwei Jahren Bangen um den Eishockey-Standort Bietigheim und wenn man sieht dass neben ehemaligen Nachwuchs-Trainer Danny Held auch immer weiter Eigengewächse den Schritt ins Profi-Geschäft schaffen, so kann man in ganz Eishockey-Deutschland einmal kurz die “Beckerfaust” ballen dass diese Keimzelle unseres Sportes auch in Zukunft, sowohl im Nachwuchs, als auch im Profi-Bereich aufs Erste gesichert ist.

Nun genug des Lobes, wir haben ja so unsere gemeinsamen Anekdoten mit den Bietigheimern aus zwei Jahren Bundesliga-Hockey, denen eine gewisse Rivalität entsprang. Vor allem die beiden ehemaligen Coaches West und Brittig sorgten eigentlich regelmäßig dafür, dass im Dunstkreis der Partien niemals Langeweile auftrat und vor allem die Schiedsrichter-Beobachter und Verbands-Aufsicht eigentlich schon vor der Saison jeweils Hotel-Zimmer buchen konnten. Diese Zeiten sind nun hoffentlich vorbei und man konzentriert sich auf das Wesentliche, denn am Freitag wird man schon in Kaufbeuren benötigt, nachdem man dort den angesetzten Schiedsrichter Krawinkel (“pfiff” auch die Partie ECH vs SCR am vergangenen Freitag) ablehnte. Die Kasper aus dem Allgäu kommen ja am Sonntag auch zum ersten Saison-Vergleich an den Pferdeturm.

Inzwischen dürfte Schiedsrichter-Obmann Lichtnecker nur noch die Augen verdrehen, wenn es “Post” aus Hannover oder Bietigheim gibt, wenn mal wieder ein Vergleich der beiden Clubs ansteht. Man kann ja nicht einmal einen Präsentkorb schicken, gilt ja als Bestechung. Vielleicht sollten wir Fans einmal gemeinsam dafür sammeln und einen Präsentkorb schicken, der gute Herr Lichtnecker und seine Beobachter hätten es verdient, können sie ja am Ende wenig dafür, außer vielleicht Herrn Ninkov anzusetzen, was damals ein wenig “Öl ins Feuer” war.

Kommen wir einmal auf den Kader der Ellentaler zu sprechen. Vorbei sind die Zeiten, in denen der Landshuter Christian Brittig in Raubritter-Manier die Kaderliste der Landshut Cannibals plünderte, lediglich Ty Morris wechselte dieses Jahr von den Bayern in die Region Stuttgart. Nach der Katastrophensaison war eigentlich klar, dass man einen größeren Umbruch zu erwarten hatte und so finden sich auch zwölf Neuzugänge in der Zugangsliste. Getrennt hat man sich auf Nimmerwiedersehen vor allem von David Kudelka und Goalie Martin Cinibulk, denen ein Großteil der Kritik am schlechten Abschneiden in der Vorsaison galt. Ebenfalls verließen andere defensive Leistungsträger, wie Blue-Line-Sniper Andi Geipel (Landshut) und Stéphane Robitaille (Kassel Huskies) den Club. Stürmer Olivier Lattendresse erhielt ein Angebot aus Graz und wurde wie erwähnt durch Ty Morris ersetzt. Im Sturm konnte man ansonsten aber wichtige Leistungsträger halten, so blieben die Kontingentspieler Brent Walton und Chris St. Jaques im Ellental.

Das Tor der Steelers wird dieses Jahr hauptsächlich von der ehemaligen Nummer zwei Martin Morczinietz gehütet. Hinter dem Ex-Scorpion stehen drei U20-Talente bereit, wobei wohl Dustin Strahlmeier vorerst als Nummer Zwei geführt wird. Der Nauheimer Dennis Schulz (18 Jahre) wird hauptsächlich per Förderlizenz bei den Frankfurter Löwen zum Einsatz kommen, selbes gilt für den 19jährigen Andreas Mechel. Für den nicht gerade konstante Leistungen bringenden Morczinietz ist dies Gelegenheit zu beweisen, dass er als Nummer Eins in der Bundesliga bestehen kann.

Die umgekrempelte Verteidigung baut vor allem auf die erfahrenen Alexander Genze und Doug Andress (kam aus Crimmitschau), mit Mike Schreiber steht auch ein ehemaliger Indianer neu im Steelers-Dress auf dem Eis. Stolz tragen eine ganze Reihe an Eigengewächsen dieses Jahr in der Verteidigung grüne Farben, der schon etablierte  25-jährige Ralf Herbst, darf neben sich mit Pascal Schoofs und Marcel Neumann ehemalige Mitspieler aus den Juniorenmannschaften begrüßen. Beides sind Spieler die ihre Chance unter Danny Held letzte Saison nutzen konnten und dieses Jahr mit einem erneuten Profi-Kontrakt belohnt wurden. Einiges erwartet man sich auch von Ex-Jungadler Dennis Dörner, der in seine erste Profi-Saison geht. Kooperationspartner Löwen Frankfurt erhält aus Bietigheim mit Raphael Wagner, Marco Müller und Christopher Kasten weitere Unterstützung, die im Verletzungsfall die Reihen schließen werden. Mit insgesamt zehn Defensiv-Kräften, wobei wie erwähnt drei auf Abruf beim Kooperationspartner geparkt sind hat man beachtliche Tiefe.

Dies setzt sich auch im Sturm fort. Sagenhafte 18 Stürmer füllen die Kaderliste, auch hier sind wieder eine Menge junger Talente dabei, die das Gros der Saison in Frankfurt verbringen werden. Trotzdem dürfte Danny Held niemals in die Verlegenheit kommen lediglich drei Reihen aufbieten zu können. Die Kollegen Dahlem, Popiesch und Latta dürften mit den Zähnen knirschen, anlässlich dieser prall gefüllten Liste.

Für Furore im ersten Sturm sorgt das altbekannte Tandem Walton & St.Jaques, die von den beiden Puck-Virtuosen PJ Fenton (der Ex-Falke kommt von der DEG) und Ty Morris entlastet werden. Bringt Ty Morris vor allem Robustheit und für Gegenspieler aufreibende Spielweise mit, kommt mit Fenton ein Mann für den tödlichen Pass. Vor allem dieser PJ Fenton, der derzeit den goldenen Helm des Top-Scorers trägt und sich am vergangenen Sonntag eine ansehnliche Einlage mit dem Defensiv-Hünen der Cannibals Kevin Kapstadt lieferte, lässt momentan nichts zu wünschen übrig. Mit Daniel Oppolzer aus Kaufbeuren versucht man den Abgang von Alexander Serikow vergessen zu machen. Die vorderen Sturmreihen komplettieren die beiden Ex-Wölfe Barry Noe und Mark Heatley, die in ihre erste volle Saison in Bietigheim gehen. Mit Rene Schoofs findet sich neben seinem Verteidiger-Bruder Pascal ein weiteres Eigengewächs, das dieses Jahr den Durchbruch schaffen soll, im festen Sturmkader. Die zwölf Stürmer und somit vier Reihen umfassende Offensive wird derzeit von dem aus Bozen stammenden Italiener Fabian Calovi, dem Deutsch-Russen Leontin Kreps, Patrick Schmid aus Passau, Arturs Kruminsch (kam aus Weisswasser) und Achim Moosberger (kam aus Heilbronn) komplettiert. Der Rest, insgesamt fünf Talente, sind bei den Löwen in Frankfurt geparkt. Im Einzelnen sind dies: Marvin Bauscher (19), Tim Bornhausen (23), Dominique Hensel (22), Robin Tim Rademacher (19) und Kevin Thau (21). Dies bedeutet: So lange keine Verletzungen anfallen, muss ein Stürmer auf die Tribüne. Für harten Wettbewerb ist somit gesorgt.

Fazit:

Man hat sich schon im letzten Jahr an den neuen Bietigheimer Stil unter Danny Held gewöhnen können. Dem “hinten steht die Null”-Grusel-Effektiv-Hockey von Christian Brittig mit drei Sturmreihen, wovon eigentlich zwei nur auf Zerstören bedacht sind wurde ebenso gekündigt, wie dem ehemaligen Übungsleiter. Die Steelers spielen ein deutlich attraktiveres, schnell die neutrale Zone überbrückendes System und haben im Kader in jeder Reihe stürmende Spielgestalter. So wird viel Druck von den Defensiv-Kräften genommen, die dieses Jahr vor allem absichernd spielen. Der Stil ähnelt schon sehr dem der Eispiraten, mit dem Unterschied, dass die Steelers über vier Reihen verfügen. Gerät man in Bietigheim in Rückstand wird es sehr schwer gegen die sich dann aufs Kontern und ihre Special Teams verlassenden Bietigheimer. Somit hat unser Team Gelegenheit zu zeigen, was man in der Trainingswoche aus den Fehlern vom Sonntag gelernt hat. Ein erneutes erstes Drittel “im Bus” darf man sich nicht erlauben, den Eispiraten und dem SC Riessersee verpassten die Held-Cracks im Heimspiel mit insgesamt sieben Treffern im ersten Drittel direkt den Blattschuss. Wenn die Steelers anfällig sind, dann durch schnelles Umschalten nach vorne, da sich die Verteidiger teilweise doch zu sehr ins Offensiv-Spiel einklinken und das Backchecking der Stürmer teilweise zu langsam erfolgt.

Bisher konnte man erst zwei Punkte aus der Ellental-Arena entführen seit dem Wiederaufstieg, der damals stark und vor allem unerwartet bejubelte Penaltie-Sieg vom 16.01. war Erleichterung pur für das Trainergespann Kaminski und Willmann, die damals ebenso freudestrahlend den Auswärtssieg feierten, wie die mitgereisten und wenig verwöhnten Auswärtsfahrer. Diskussionen löste damals ein vermeintlicher Stockstich in den Unterleib von David Kudelka aus, der sich auf Video als zarter unabsichtlicher Piekser mit der Kelle rausstellte, in der anschließenden Prügelei mit Häuptling Andrew McPherson spielte der Verteidiger ebenso eindrucksvoll den sterbenden Schwan und gab sich endgültig der Lächerlichkeit preis. Zuletzt lachten in der Saison dann aber die Steelers, die am 18.02. drei Punkte am Pferdeturm eroberten und sich in einem klassischen Sechs-Punkte-Spiel mit anschließenden guten Leistungen vor der Playdown-Runde retten konnten.

Wir wünschen unserem Team viel Erfolg und hoffen auf eine faire Partie im Ellental!

Ausfälle sind auf Seiten der Indianer Jan Hemmes, auf Seiten der Steelers  sind keine verletzungsbedingten Ausfälle bekannt!

Hauptschiedsrichter der Partie ist Maximilian Plitz, Spielbeginn in der Ellental-Arena ist 20 Uhr.