Enges Spiel in Heilbronn entscheidet die Überzahl

Keine Sorge, ich habe euch nicht vergessen. Allerdings ist es tatsächlich passiert, dass ich nach dem Dresden-Spiel nicht mehr auswärts fahren konnte. Mit leichten Entzugserscheinungen ging es aber endlich wieder mal zu einem Auswärtsspiel. Um genau zu sein nach Heilbronn, was jetzt nicht unbedingt eines meiner Lieblingsstadien ist. Offenbar hatten zwischen den Feiertagen viele frei, so dass sich insgesamt zwei Busse füllten, um nach Heilbronn zu fahren.

Und sie sollten einiges zu sehen bekommen. Beim ersten Tor konnten allerdings die Heimfans jubeln, denn in der 8. Minute fiel in Überzahl das 1:0. Sonst war das erste Drittel eine Mischung aus vorsichtigem Abtasten und munterem Hin und Her. Munteres Hin und Her gab es übrigens auch mit den Heilbronner Ordnern. Für Ordnung sorgen schön und gut, aber dieses als gottgegebene Machtposition zu sehen – oh bitte… Also wenn ihr nächstes Mal nach Heilbronn fahrt, werdet ihr sehen, was ich meine. Wir durften zum Beispiel nicht einmal filmen und der ein oder andere Ordner hatte wohl nicht wenig Spaß daran, uns daran zu hindern.

Mit Beginn von Drittel Nummer zwei durften wir nach Erlaubnis des Heilbronner Oberchefs auch filmen. Wer zuletzt lacht… J Allerdings begann das Drittel spielerisch wieder wenig erfreulich für die mitgereisten Indianer. Abermals musste Ower in der 23. Minute einen Überzahl-Treffer hinnehmen, nachdem die Zuteilung in der Abwehr eine kleine Lücke aufwies. Kurz darauf eine unschöne Szene. Dmitriev bekam einen Heilbronner Stock ins Gesicht und obwohl er dem Schiedsrichter die zwei blutigen, verlorenen Zähne in seiner Hand zeigte, gab dieser bloß eine kleine Strafe. In der 32. Minute gab es aber spielerisch die Revanche für dieses Foul. Jelitto verkürzte (ebenfalls in Überzahl) auf 2:1. Die Freude währte allerdings nicht lange, denn wieder mal in Überzahl gelang es Heilbronn in der 36. Minute den alten Abstand wieder herzustellen. Wenig später wurde Pyka durch einen üblen Kniecheck gelegt und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden liegen. Diesmal gab es jedoch die fällige Spieldauer für Heilbronn. Und wieder gab es eine Strafe in Tor-Form. Nach nur 9 Sekunden der angezeigten fünf Minuten Strafe fiel der nächste Überzahltreffer – von McPherson zum 3:2. Es versprach also noch mal eng zu werden.

Wir starteten mit 2.26 Minuten Rest-Überzahl auf dem Konto, konnten allerdings kein weiteres Kapital daraus schlagen. Der Wille und Einsatz stimmte, wurde aber nicht belohnt, sondern bestraft. In der 47. Minute baute Heilbronn die Führung auf 4:2 aus, übrigens der erste Nicht-Überzahl-Treffer der Partie. Mit dem Tor ging der Kampf aber erst richtig los und beide Mannschaften wollten das nächste Tor erzielen. Jedoch wurde die muntere Partie vom Schiedsrichter etwas gebremst, der besonders bei Torraumszenen zu früh abpfiff. Auch Heilbronn bemerkte, dass unsere Indianer mehr und mehr das Heft in die Hand nahmen und nahmen eine Auszeit. Jedoch fand der Trainer nicht die richtigen Worte, denn rund eine Minute später waren es die Indians in Gestalt von Sommerfeld, die jubeln konnten. Spielstand zehn Minuten vor Schluss also 4:3. Trotz oder gerade wegen der personellen Ausfälle wurden noch einmal Energien freigesetzt. Noch vier Minuten zu spielen – Strafe für Heilbronn – Auszeit für Hannover. Jetzt, wo wir es am dringendsten gebrauchen könnten, wollte das Überzahltor nicht gelingen. Zwei Minuten vor Schluss hatten wir den Ausgleich schon vor Augen, aber Richardson scheiterte an einem 100%igen. Für die letzten 90 Sekunden ging Ower zu Gunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis. Die erste Empty-Net-Chance konnte Schreiber noch verhindern, bekam dafür jedoch zwei Minuten und 29 Sekunden vor Schluss zappelte der Puck endgültig im leeren Tor. Endstand 5:3.

Fazit: Schade, dass die Siegesserie vorbei ist und wieder einmal von Heilbronn gestoppt wurde. Allerdings muss man auch mal verlieren können. Und mit so einem Einsatz ist es keine Schande. Und ohne jeden Zweifel hat Heilbronn die Chancen konsequent genutzt und zurecht die Punkte behalten. Etwas bitterer als die Niederlage sind die verletzten Dmitriev und Pyka.